Immobilienkauf 2017: Noch sind die Zinsen günstig

Immobilienfinanzierung

Sie haben sich für das neue Jahr auch in Sachen Finanzen viel vorgenommen? Fürs Alter vorsorgen. Unnötige Kontogebühren vermeiden. Oder endlich mehr Zinsen für die Spargroschen lukrieren. Gut so! Doch wie sieht es in Sachen Eigenheim aus?

Kaum ins neue Jahr 2017 gestartet und schon springen uns Sätze entgegen wie: „Jetzt schnell noch eine Immobilie kaufen – das lohnt sich besonders!“ Vorsicht! In Sachen Baufinanzierung sollte nichts schnell gehen – schließlich ist sie meist DIE Investition in unserem ganzen Leben.

Was potenzielle Häuslebauer oder Wohnungsinteressenten mit dem Wunsch nach den eigenen vier Wänden allerdings schon tun sollten – sich frühzeitig um das passende Objekt und dessen Finanzierung kümmern. Und die Zinsangebote samt Nebenbedingungen genau checken. In Österreich ist längt nicht mehr jede Immobilie trotz historisch niedriger Zinsen ein wirkliches Schnäppchen.

Bauzinsen im Rückwärtsgang

Eines steht aber fest: Gerade bei Immobilienkrediten scheint sich am Zinsmarkt in der Tat etwas zu tun. Im September 2016 sind die langfristigen Bauzinsen in Österreich zum letzten Mal gefallen. Im Schatten steigender Renditen bei zehnjährigen Bundesanleihen – die gemeinhin als Referenzzinssatz für langfristige Finanzierungen gelten –, verzeichneten auch Immobilienkredite seither einen leichten zarten Zinsanstieg – immerhin.

Von einer Zinswende am Baumarkt zu sprechen, ist klar verfrüht. Doch es könnte gut sein, dass nach der letzten Erhöhung der Leitzinsen in den USA vergangenen Dezember auch bei uns in Europa die Notenbanker bald ins Grübeln kommen. Dann nämlich, wenn die Inflation in Österreich und Europa weiter an Fahrt gewinnt, und der künftige Präsident Donald Trump in der Tat sein angekündigtes, staatlich verordnetes Investitions- und Konjunkturprogramm zündet.

Die liebe EZB

Ein Ende des allgemeinen Niedrigzinsniveaus ist ohne Änderung der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) aber auch 2017 kaum denkbar. Einen Zielwert von 2,0 Prozent bei der Teuerungsrate hat Mario Draghi ja dafür einst ausgerufen. Doch gilt das für alle Ewigkeit? Lassen wir und da Mal in dem noch sehr jungen Jahr gemeinsam überraschen!

Clevere Häuslebauer sind auf der Hut

Vieles jedenfalls spricht dafür, dass wir das absolute Zinstief in Sachen Baufinanzierung hinter uns gelassen haben. Und steigen Immobilienkredite bis zum Sommer nur um ein Viertel Prozent, bedeutet das für ein durchschnittliches Baudarlehen über 200.000 Euro in 20 Jahren einige Tausend Euro mehr an Zinsen. Da stellt sich so mancher mit Recht die Frage: Warum nicht schon jetzt handeln und mal genau den Markt im Auge behalten?

Bleibt eine weitere wichtige Frage: Was machen die Zinsen bei Tagesgeld, Festgeld und Co. 2017? Wie lege ich mein Geld sicher und möglichst gewinnbringen an? Dazu beim nächsten Mal mehr…

Ich wünsche uns allen erstmal einen erfolgreichen Start ins neue Jahr. Bleiben Sie mir heiter!

Ihr Johann Lackner